• Stil MOI

Wie deine Routine zum Ritual werden kann

In den letzten Wochen und Monaten habe ich von so vielen Menschen gehört, dass sie während der Pandemie zugenommen haben und unzufrieden sind mit ihrem Körper. Das Fitnessstudio war geschlossen, der Pilates-Kurs abgesagt und Joggen macht keinen Spass (ausserdem hat es die ganze Zeit geregnet). So oder so ähnlich sind die Kommentare, die darauf folgen.


Wir alle sind aus dem Tritt gekommen; konnten unsere Routinen nicht mehr so verfolgen, wie wir wollten. ROUTINE. Das ist ein Wort, dass ich eigentlich nicht besonders mag. Routine heisst, dass wir uns Programmieren bestimmte Aktionen immer und immer wieder zu tun. Und wenn etwas Kleines oder eben auch Grosses dazwischenkommt, dann funktioniert diese Programmierung nicht mehr so, wie wir wollen. Mit einer Routine verbinden nicht gerade einen tieferen Sinn. Es ist eben etwas, dass getan werden muss.


Ein Ritual hingegen ist etwas für das wir uns jeden Tag wieder neu entscheiden können. Es ist etwas, dass wir aus einem tiefen, inneren Bedürfnis machen und mit wir ein klares Ziel verbinden. Ein Ritual ist etwas, dass wir tun wollen, weil wir wissen, dass wir uns besser fühlen werden. Mit einem Ritual nehmen wir uns die Zeit für uns Selbst oder unsere Mitmenschen sehr gerne.


Es gibt eine – wie ich finde – sehr schönes Geschichte, die den Unterschied zwischen einer Routine und einem Ritual sehr gut verdeutlicht:


Auf einer Baustelle für den Bau einer grossen Kathedrale arbeiten zwei Maurer. Als jemand die beiden Arbeiter fragt, was sie da tun, antwortet der eine etwas irritiert: „Das siehst du doch. Ich verlege Ziegel.“ Der andere blickte jedoch lächelt auf und machte eine ausladende Geste mit den Armen: „Ich helfe bei dem Bau dieser grossartigen Kathedrale.“

Während der Eine seine Arbeit routinemässig machte, empfand der Zweite seine Arbeit als Teile eines täglichen Rituals, das zu etwas Grösserem und Bedeutungsvolleren beiträgt.


Entweder sind wir wie der Hamster im Rad und machen jeden Tag genau das, was getan werden muss. Oder wir konzentrieren uns darauf, einen Unterschied zu machen. Das Bewusstsein für den Unterschied ist das, was hier zählt. Darauf zu achten, wo und wie wir einen Mehrwert schaffen. So können wir uns an unseren Zweck und die Bedeutung dessen, was wir tun, erinnern. Und was wir tun. Jeden Tag.


Unser Leben ist so voll von Dingen, die getan werden müssen. Wir hetzen von einem Termin, einer ToDo Liste, einer Fristen zum nächsten. Wir akzeptieren es einfach als unsere Routine, nicht wahr?


Und so vergeht eine weitere Woche. Ein weiterer Monat. Ein weiteres Quartal. Und noch ein Jahr, und wir fangen wieder an, Neujahrsvorsätze zu fassen, in denen wir uns vornehmen, all das zu ändern, denn dieses Jahr wird anders!


Aber wie schaffen wir es tatsächlich und ohne Neujahrsvorsätze von der Routine zum Ritual zu kommen?


Der Schlüssel liegt darin, die Dinge bewusster anzupacken und mehr unserer Intuition zu vertrauen. Ein Ritual in unseren Alltag zu integrieren kann unseren Tag viel intuitiver werden lassen. Es gibt uns die Möglichkeit im Hier und Jetzt zu leben. Das zu tun, was einen Sinn ergibt und was uns in diesem einen Moment gut tut.


Gehst du ins Fitnessstudio, um dich gut zu fühlen? Oder um endlich den von dir erwünschten Six-Pack zu haben? Oder gehst du einfach, weil die Gesellschaft es von dir verlangt? Weil du das Gefühl ist, dass es etwas ist, was du tun SOLLTEST?


Wenn es etwas ist, was du für dich tust, dann machst du es auch. Und wenn das Fitnessstudio gerade geschlossen ist, dann findest du einen anderen Weg. Denn es geht ja nicht um das Fitnessstudio, genauso wie es nicht um den Ziegel geht. Es geht um die Kathedrale.


ES GEHT UM DICH UND DEINE BEDÜFNISSE UND DEINE ZIELE!

24 Ansichten0 Kommentare

Stil

zum Frühstück