• Lea Sophie Rodenberg

Von der Muse geküsst? Finde deine Kreativität in dir

Kreativität, Kreation, kreativ, kreieren, ...


Alle diese Wörter kommen aus dem lateinischen von CREARE, was so viel heisst wie erschaffen, gestalten, erzeugen oder auch schöpfen.

Der Mensch an sich möchte immer etwas Neues erschaffen. Wir wollen kreative Lösungen für die Probleme unserer Welt finden, neues erfinden, etwas aus dem nichts erzeugen. Wie stolz wir sind, wenn wir etwas mit unseren eigenen Händen selbst erschaffen.


Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, etwas das neu ist und originell, etwas das nützlich oder schön ist. Wir wollen unser eigenes Leben nach unseren Vorstellungen gestalten, genauso wie wir unseren Stil kreieren wollen.


Kennst du den Ausruf, von der Muse geküsst zu werden? Unter dem Begriff Muse wird die göttliche oder genialische Inspirationsquelle für Künstler bezeichnet. Das geht auf die antike Vorstellung zurück, dass Ideen, also das Denken sich nicht von Selbst entwickeln, sondern von Göttern oder eben den Musen von aussen kommen und uns wie eine Art Eingebung zu unserer Kreativität bringen. Daher kommt auch der Begriff des Musenkuss bzw. von der Muse geküsst zu werden. Ursprünglich gab es neun Musen in der antiken Mythologie, die Töchter des Vatergottes Zeus und der Göttin der Erinnerung. Die Musen wurden von Apoll, dem Gott der schönen Künste, dirigiert und ausgesandt. Heute bezeichnen wir oftmals die Menschen als Musen, die im direkten Umfeld eines Künstlers stehen und diesen zu inspirieren scheinen. Ob das Anna Risi, genannt Nanna für Anselm Feuerbach ist, Dora Maar für Picasso, die selbst erfolgreiche Künstlerin war, oder aber die zahllosen Musen von Karl Lagerfeld, zum Beispiel: Baptiste Giabiconi, Inès de la Fressange oder Beth Dito. Diese inspirieren durch ihren Charakter, ihre Ausstrahlung, ihre menschliche Zuwendung oder auch durch eine erotische Beziehung. Weiblichen Kunstschaffenden blieb früher oftmals nur der Weg als Muse, um sich selbst als Künstlerin zu etablieren. Auch wenn immer wieder Männer als Musen bezeichnet werden, gibt es doch wenige Beispiele von Musen im Umfeld von Künstlerinnen.

Sind Frauen also fähig kreativ zu schaffen ohne "von der Muse geküsst" zu werden?


Ja und nein.


Die Vorstellung der Muse, geht darauf zurück, dass wir von uns aus nicht in der Lage sind, kreativ zu schaffen. Da uns guten Ideen meist in dem Moment kommen, wenn wir am wenigsten damit rechnen, erscheint uns das schöpferische Denken seit jeder als besonders geheimnisvoll. Es gibt zigtausend Kurse und Seminare, die uns Techniken für ein kreativeres Leben vermitteln wollen. Einige Unternehmen zahlen Unsummen, damit ihre Mitarbeiter durch diese Techniken kreativer denken. Woher die Ideen kommen, mit unserer Kreativität etwas Besonderes zu erschaffen, damit haben sich schon die antiken Philosophen herumgeschlagen und so mit den Musen eine Erklärung gefunden.

Erst vor kurzem hat die Hirnforschung aufgedeckt, welche Vorgänge für unsere Einfälle verantwortlich sind.

Archäologische Funde zeugen von den Anfängen des Werkzeuggebrauchs und der Kunst. Sie erzählen davon, wie der Mensch einmal zu seiner schöpferischen Intelligenz kam. Wie er begonnen hat sein eigenes Schicksal zu lenken und die Welt nach seinen eigenen Vorstellungen zu verändern.


SHE CREATED THE LIFE SHE LOVES


Jedes AHA Erlebnis ist ein Grund zur Freude. Plötzlich löst sich der Knoten. Das sprichwörtliche Licht geht uns auf und wir sind komplett begeistert. Mitunter fühlt man sich wie im Bann einer höheren Macht. Wer kennt das nicht, dass man nach einem grandiosen Einfall kurz den Blick zum Himmel richtet und "DANKE" flüstert. Egal wie ungläubig man auch sein mag. Es ist also nicht erstaunlich, dass Menschen diese Art von Einfälle bis in die Neuzeit als göttliche Eingebung angesehen haben.


Wir glauben oftmals, dass man um bestimmte Einfälle zu haben, ein Genie sein oder durch eine Muse eine gottähnliche Eingebung gehabt haben muss. Nur bestimmten Menschen wie Albert Einstein, Picasso und Steve Jobs sind solche Geistesblitze vorbehalten.

Worin diese Gabe, dem Talent der Intuition, der Musenkuss eigentlich besteht, sollte offen bleiben. Ein Geheimnis, in das nur die Genies eingeweiht sind. Das führt dazu, dass wir uns nicht für J.K. Rowling oder Isaac Newton halten. Es lässt uns "Nicht-Genies" daran zweifeln, dass wir aus uns selbst nicht zu schöpferischem Denken fähig sein können.


Doch die Vorstellung Kreativität benötige ein spezielles Gehirn oder einen Musenkuss, ist ein Mythos. Es gibt keinen Genieknochen und es benötigt auch keine nächtlichen Begegnungen am Berg des Apoll. Inzwischen weiss die Forschung, dass Kreativität nicht aus einem besonderen Menschen heraus entsteht, sondern aus den elementaren Funktionen des Verstandes, über die jeder Mensch verfügt. Unser Gehirn trifft dauerhaft Prognosen, Annahmen auf Grundlage dessen, was wir bereits kennen und wissen.


Erinnerungen an die Zukunft nennt der schwedische Neurowissenschaftlicher David Ingvar diese Vorstellung von möglichen Welten, die aus unseren eigenen Köpfen geboren werden. Schöpferische Menschen wissen somit einfach nur diese Kraft besser zu nutzen.

Gleichzeitig gehört zum schöpferischen Element auch der Mut. Wir glauben viel zu oft nicht an unseren Ideen und Einfälle. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft herausgefunden, dass kreatives Denken mit bestimmten Bewusstseinszuständen verbunden ist, bei denen unser Geist hin und her schwingen wie ein Pendel. Einer dieser Zustände ergibt sich, wenn die Wahrnehmung der Aussenwelt herunter gedimmt ist, obwohl wir gleichzeitig hellwach sind. Unsere Aufmerksamkeit wendet sich dann unserer Innenwelt von Erinnerungen, Gedankenfetzen und Vorstellungen. Es ist wie ein Zugriff auf unser innerstes Archiv. Der Verstand wird in diesem Zustand nicht auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet und nicht von aussen genährt. Er beleuchtet wie ein Scheinwerfer unser innerstes Archiv. Vor unserem inneren Auge entstehen neue Bilder von neuen Welten. In diesem Zustand kann unser Verstand neue Verknüpfungen herstellen. Und doch ist Kreativität mehr als nur eine Frage der Intuition. Nicht jede Fantasie ist wirklichkeitstauglich. Mit dem nach aussen gerichteten kritischen Denken können wir unsere Ideen überprüfen und lenken. So kommen wir zusammen von Innen nach Aussen an unser Ziel.

"Ein Verstand, der nicht träumen kann, ist langsam und kraftlos. Ein Geist aber, der vor Logik zurückschreckt, irrt umher und scheut." (Stefan Klein).

Kreativität hat also nichts mit Geniesein zu tun, sondern viel eher mit dem Talent zwischen diesen zwei Welten hin und herzupendeln. Und das lässt sich lernen. Klingt das nicht ganz wunderbar?


Die Kunst Ideen im Kopf miteinander zu vereinen


Doch wie können wir in einer Welt, in der sich alles immer schneller dreht und wir jede Sekunde mit Informationen und Reizen überschüttet werden, den Weg in unser innerstes Archiv finden?

Hier kommt mein Tipp für dich: Nimm dir einmal Zeit für dich und versuche loszulassen. Eine Zeit ohne Handy, E-Mails und Benachrichtigungen. Eine Zeit ohne Nachrichten, Fernsehen und Netflix. Eine Zeit ohne Musik und ohne Gespräche. Am besten du legst dich in Badewanne oder machst einen langen Spaziergang durch den Wald. Aber ohne dabei in der Badewanne einzuschlafen oder auf dem Spaziergang deine Schritte und die dabei verbrannten Kalorien zu zählen. Lass deinen Gedanken freien Lauf und entdecke die Orte, an die dein Geist gehen kann.


Wenn du auf der Suche nach deinem ganz eigenen unabhängigen, inspirierenden und individuellen Stil bist, dann ist Kreativität unerlässlich. Ebenso der Mut, den du benötigst, um deine Vision umzusetzen. Dein Stil kommt aus deinem Inneren und kann nur ganz zum Ausdruck kommen, wenn du dich mit dir selbst auseinandersetzt.

Der Schweizer Philosoph Peter Bieri hat gesagt: "Wer sich in dem, was er ist, nicht ausdrückt, verpasst eine Möglichkeit zu erkennen, wer er ist."

Wenn wir mit unserem Stil ausdrücken, was uns inspiriert und wie wir im Leben stehen wollen, dann können wir erkennen, wer wir sind.

Die Natur der Kreativität besteht darin Dinge miteinander verbinden zu können. So ähnlich formulierte es Steve Jobs. Und dafür müssen wir unser inneres Archiv natürlich gut gefüllt haben. Das passiert jedoch nicht, wenn wir immer nur in unserem eigenen Sumpf herumstapfen. Kreativität entsteht nicht hinter verschlossenen Türen. Die Auseinandersetzung mit der Welt ist genauso wichtig, wie die Innenschau.

Manchmal brauchen wir einen Anstoss, der uns in die richtige Richtung lenkt.


Ich würde vermuten, dass dir das auch schon passiert ist. Du grübelst an der Lösung für ein Problem und plötzlich in dem Moment, in dem du mit deiner Freundin, deinem Kollegen oder wem auch immer redest, kommt dir der Geistesblitz. Dabei musst du nicht einmal mit der Person über das Problem gesprochen haben. Die andere Person denkt lediglich in anderen Mustern und bringt dich so einen Schritt weiter. Auch Einstein hatte die zündende Idee zur Relativitätstheorie im Gespräch mit einem Freund.

Kreativität entfaltet sich zwischen den Menschen. Keiner denkt für sich allein.

Es geht eben um das hin und her pendeln zwischen den zwei Ebenen. Zum einen die Beschäftigung mit uns selbst, mit unserem Inneren, mit unseren Gedanken und Erinnerungen. Und dann die Auseinandersetzung mit der Welt da draussen, mit anderen Menschen. Damit unser inneres Archiv immer wieder auf Neue befüllt wird.

Und so kann sich nach und nach dein Stil zu einem Ausdruck deiner Persönlichkeit entwickeln. Und wenn du wissen möchtest, wie das geht, dann haben wir etwas ganz besonderes für dich. Eva und ich haben zusammen eine kleine Challenge erarbeitet. Eine Art Mini Kurs. Ich will da jetzt gar nicht so viel verraten, aber wenn du am 7. Juni für eine Woche Gratis dabei sein möchtest, dann melde dich jetzt schon an unter www.stil-moi.com/beunique.



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