• Lea Sophie Rodenberg

Liebe dich selbst und sammle Komplimente

Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen durchschnittlich 55 Minuten pro Tag vor dem Spiegel verbringen. Manchmal putzen wir uns nur die Zähne oder richten unsere Haare, aber wie viel dieser Zeit verbringen wir damit, unsere Poren aus der Nähe zu betrachten, die kleinen Härchen zu zupfen, uns über einen Pickel oder den Höcker auf der Nase zu ärgern und uns zu wünschen, wir sähen aus wie jemand anderes?

Wie viele junge Frauen wollen lieber dünn und berühmt sein als Pilotin oder Ärztin.

Die Beeinflussung durch die Medien nimmt immer mehr zu und setzt nicht nur junge Frauen unter Druck, perfekt zu sein. Das permanente Streben nach dem perfekten, schlanken Körper macht uns nicht glücklich oder erfüllt. Ein klitzekleines Strichmännchen ist nicht der Weg zur Erleuchtung, es wird dein Selbstwertgefühl nicht verändern.


Denn eigentlich wollen wir nicht anders aussehen, sondern uns nur anders fühlen.


Wer von uns kennt das nicht? Wir stehen vor dem Spiegel und betrachten uns, wir sehen die breiten Hüften, die dicken Oberschenkel, die Speckrolle am Bauch, die Dehnungsstreifen an den Seiten, den Pickel im Gesicht, die grauen Haare am Ansatz.

Wieso sehen wir nicht die wunderschöne Frau, die da vor uns steht mit der schlanken Taille, den langen Beinen mit den schmalen Fesseln, den bezaubernden Augen und den vollen Lippen, mit der lustvollen weiblichen Figur, mit den kantigen starken Schultern.

Wenn du mit deiner besten Freundin so hart ins Gericht gehen würdest, wie du es mit dir selbst und deinem Körper tust, dann wäre eure Freundschaft vermutlich bald Geschichte.


Wieso also sind wir so hart zu uns selbst? Wieso fokussieren wir uns auf das Negative?


Die Zahl auf der Waage wird dich nicht zum Lachen bringen oder dir die Magie der kleinen Momente zeigen. Sie wird dich die Einzigartigkeit einer Schneeflocke oder das glühende Rot des Sonnenuntergangs nicht vermehrt schätzen lassen. Sie wird dich nicht glücklicher oder mehr liebenswert machen und mit Sicherheit keine Löcher in deinem Herzen stopfen.


Wir sind nicht mit dem Hass auf unseren Körper geboren worden. Als Kleinkinder sind wir nackt im Garten herumgerannt und haben nicht eine Sekunde über einen wackelnden Bauch oder Dellen an unseren Beinen nachgedacht. Als wir jung waren, waren wir frei. Frei von Selbstzweifeln. Frei von den Gedanken, die um unser Gewicht und die Zahl auf der Waage kreisen. Frei von durch bearbeiteten Modelfotos ausgelöste Komplexe. Wir haben Ja gesagt zu jedem Abenteuer, tanzten und lachten. Wir waren einfach wir selbst.


Was ist das beste Kompliment, das du je erhalten hast?


Schreib es auf und denk eine Weile darüber nach. Kannst du dich mit anderen Augen sehen? Versuche, das Kompliment mit deinem ganzen Körper zu akzeptieren. Lass es ein Teil von dir werden.


Schreibe noch mehr Komplimente auf und trage sie bei dir. In deinem Notizbuch und in deinem Herzen. Erstelle auf deinem Handy eine Erinnerung und lass dir in ein paar Wochen von deinem Handy ein Kompliment machen. Oder schreibe ein Kompliment auf und stecke den Zettel in deine Handtasche oder in dein Portemonnaie und erfreue dich, wenn er dir nach einiger Zeit wieder in die Hände fällt.


Alles, was wir im Leben tun, kommt von einem Ort der Angst oder von einem Ort der Liebe.

Wie oft, glaubst du, lässt du dich von der Angst motivieren? Wie oft am Tag handelst aus Liebe zu dir? Gehe liebevoll mit dir selbst und deinen Schwächen um.

Schätze deinen Körper mit all dem, was er mit dir mitgemacht hat, die Situationen, durch die er dich begleitet hat und wie er immer oder fast immer für dich ist. Sag deinem Körper einmal Danke, dass er für dich da ist und gehe liebevoll mit seinen Schwachstellen um.



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