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ENTDECKUNG DER HÄSSLICHKEIT


Miuccia Prada entwarf im Herbst 1995 eine Kollektion, die heute in der Mode immer wieder Anklang findet: «Ugly Chic».

Die Kombination aus 50er Jahre Wachstuchdrucken mit Blümchenkleidern und Fake-Tweed Schraffuren machten ihre Kollektion zum Inbegriff der «Hässlichkeit». Als Inspiration diente ihr ein Rucksack aus Fallschirmseide – einem Material das als Hightech-Stoff in den Krieg gezogen war und nun die Mode nachhaltig beeinflussen sollte. Früher verteilte sie als Politikstudentin in den Courrèges-Kostümen aus dem Kleiderschrank ihrer Mutter Flugblätter. In den 1990er Jahren spiegelte sich dies in ihren politisch-militärisch anmutenden Entwürfen wider. Intellektualität wurde zu ihrem Erkennungszeichen. Sie macht Anleihen an den verschiedenen Stationen der Kulturgeschichte der Frauen und übertrieb sie. Pradas Mode wurde zu einer Ironie über sich selbst. Und die Modepolizei deklariert sie als «Hässlich».

Miuccia Prada zeigt zwischen androgynem Powerdressing und der klassischen Rolle des schwachen Geschlechts einen Negativraum. Sie machte es zu ihrer persönlichen Mission die Frauen zu stärken, Selbstbewusstsein und Freiheit auszudrücken. Denn hässlich heißt nicht unbedingt, dass es nicht attraktiv oder aufregend sein kann. Ganz im Gegenteil…

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